Wandlung in der Zeit der Reformation

    Bereits zur Reformationszeit begannen in Deutschland strukturelle Wandlungsprozesse, die sich in den folgenden Jahrhunderten, in der Zeit der Aufklärung und dann vor allem im 19. und 20. Jahrhundert, verstärkten. Entwicklungen, die mit Stichwörtern wie „Individualisierung“, „Technisierung“ und „Säkularisierung“ charakterisiert werden können und einen „modernen“ Umgang mit dem Tod begründeten. Sie brachten vor allem in den Städten neue Orte der Trauer hervor: Außerstädtische Friedhöfe, Leichenhallen, Krematorien.

    Damit verbunden war ein allgemeiner gesellschaftlicher Verweltlichungsprozess. Gerade im Zuge von Technisierung und Industrialisierung schwanden christliche Traditionen immer mehr. Nicht mehr das christliche Gotteshaus, sondern die kommunalen Leichenhallen und Krematorien waren die gesellschaftlichen Orte der Trauer.