Am Anfang

    Am Anfang stehen wir immer wieder. Ob wir es wahr haben wollen oder nicht. An einen Anfang werden wir immer wieder gestellt. Jeder Morgen. Jeder neue Tag. Jedes neue Jahr. Jede erlittene Niederlage. Jeder erfolgte Fehlschlag. Jeder Irrweg. Jedes erlebte Ende. Jeder Tod eines Menschen, der uns nah war, lieb und vertraut war. Jedes dieser Ereignisse, jede dieser scheinbaren End-Erfahrungen stellt uns schlussendlich immer wieder an den einen Anfang.

    Gebeugt unter der Last des Erlebten. Gesenkten Blickes und Hauptes. In die Knie gegangen. Oder gar am Boden. Das ist unsere Haltung in solchen Situationen. Wir wagen nicht, uns aufzurichten, das, was kommen will und kann, in den Blick zu nehmen. Verständlich. Und nicht schändlich. Denn es braucht Zeit. Das Ende will wahr genommen, will durchlebt sein. Man muß ganz hindurch gegangen sein. Erkannt haben:  M i c h   hat es be-oder getroffen.  I c h  bin gemeint.  M i r  ist es zugefallen. Erst wenn ich, was mich betroffen hat, in mein Leben hinein nehme, als zu mir gehörig betrachte, erst dann steht man am Anfang.

    Wenn ich mich aber so, aktiv und initiativ in meinen Lebenszusammenhang stelle, loslassend, nicht klammernd, frei lassend erkenne, wer ich bin, was ich bin, dass ich bin, dann bin ich offen für das, was auf mich zu kommt. Bereit für den Anfang.

    Und noch eins: Wenn man Hilfe braucht, auf diesem Weg, dann kann und darf man sich diese Hilfe holen. Bei jedem Menschen. Bei Bekannten, Freunden, nahen und fernen, auch fremden Menschen. Auch bei uns. Wir sind für Sie da. Wir helfen Ihnen. Zumindest weiter. So weit, bis Sie selbst wieder Tritt gefaßt haben.

    Herzlichst
    Ihr Helmut Dörr